Über Vertrauen, Haltung und Zusammenarbeit – Impulse von Erik Spiekermann
- vanessaseemann
- 2. Okt. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Beim ignite future Talk habe ich mit Design-Legende Erik Spiekermann über Zusammenarbeit, Haltung und Vertrauen gesprochen. Ich nehme viele Impulse für mich als Coachin und Facilitatorin mit, besonders die Frage: Wie entstehen Räume, in denen Teams wirklich zusammenarbeiten und Haltung zeigen können?
Vertrauen ist die Basis für Zusammenarbeit.
Spiekermann betont immer wieder, dass es nicht reicht, dass Menschen kompetent sind – man muss sie mögen, ihnen vertrauen und ihnen Verantwortung geben. In Teams heißt das: psychologische Sicherheit ist A und O. Menschen dürfen Fehler machen, Bedenken äußern, auch widersprechen – ohne dass sie Angst haben müssen, abgestraft zu werden.
Offenheit für den Prozess.
Niemand muss vorher alles wissen. Ideen entstehen im Dialog, in der Interaktion, im „An die Wand schreiben, diskutieren, verwerfen, neu anfangen“. Wie im Design: der erste Entwurf ist selten perfekt, das Experimentieren bringt die eigentliche Lösung. Für Coaches und Teams heißt das: Prozesse gestalten, aber nicht vorgreifen. Ergebnisse entstehen gemeinsam.
Haltung zeigt sich im Alltag, nicht im Manifest.
Spiekermann macht das sichtbar: Er lässt zu, dass andere stärker sind in Bereichen, in denen er selbst unsicher ist, er gibt Verantwortung ab und hält sich nicht an starren Vorstellungen fest. Für Teams heißt das: Haltung ist kollektiv, sichtbar in Entscheidungen, im Umgang miteinander, in der Art, wie man zusammen an Problemen arbeitet.
Was heißt das für die Praxis? Ein paar Impulse:
Räume schaffen, in denen Mitarbeitende mutig sagen können, was sie denken, ohne Bewertung.
Fehler als Lernchance verstehen, nicht als Makel.
Verantwortung bewusst teilen – auch mal den eigenen Geschmack zurückstellen, wenn das Team bessere Lösungen findet.
Den Prozess sichtbar machen: Entscheidungen, Diskussionen, Zwischenschritte – nicht alles hinter verschlossenen Türen ablaufen lassen.
Gemeinsame Werte und Haltung immer wieder reflektieren: Was halten wir für richtig? Wo ziehen wir Grenzen?
Für mich als Coachin und Facilitatorin steckt der Lernimpuls darin, Vertrauen bewusst zu fördern, den Prozess zu begleiten, nicht zu kontrollieren, und Teams in der kollektiven Haltung zu stärken. Wie im Design gilt auch hier: das beste Ergebnis entsteht nicht durch Perfektion des Einzelnen, sondern durch das Zusammenspiel der Kompetenzen, Ideen und Perspektiven.
Und wie Erik Spiekermann sagt: Es geht nicht darum, alles zu wissen, sondern den Raum zu schaffen, in dem alle ihr Bestes einbringen können.










